"Der Traummacher" von Max Bentow - Rezension

Ein sehr gelungenes Hörbuch und eine tolle Geschichte machen dieses Hörbuch lesens- bzw. hörenswert. Aber zunächst mal ein paar Eckdaten und der Klappentext:

Simona ist eine lebenslustige junge Frau und im Begriff, gemeinsam mit ihrer Freundin Alina eine Werbeagentur in Berlin aufzubauen – bis sie eines Nachts auf tragische Weise ihrem Herzleiden erliegt. Ihre Mutter ist fortan eine gebrochene Frau, die das Trauma nicht überwinden kann: Sie hört Simonas Stimme und wird von schrecklichen Fantasien verfolgt. Doch dann ereignet sich etwas Unfassbares – sie wird im Keller ihres Hauses auf bestialische Weise ermordet, ihr Körper ist mit Biss-Spuren übersät. Nils Trojan und sein Team, die sofort am Tatort eintreffen, sind noch nie mit einem solch schockierenden Anblick konfrontiert worden. Doch dies ist erst der Anfang, denn wenig später wird auch Alina in einer verlassenen Turnhalle am Rande Berlins tot aufgefunden, ihr Hals entstellt von denselben grausamen Malen. Nils Trojan ermittelt fieberhaft, und was er enthüllt, führt ihn an den schwärzesten Abgrund, in den er je geblickt hat ...
Broschiert: 384 Seiten

  • Verlag: Goldmann Verlag (22. August 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442205107
  • ISBN-13: 978-3442205103
  • Größe und/oder Gewicht: 13,7 x 3,8 x 20,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 

Charaktere
Trojan erinnert mich ein wenig an Bill Hodges aus Stephen Kings „Mr. Mercedes“ und das macht ihn wahnsinnig sympatisch. Besonders toll finde ich die Szene, wenn er Franz (dem Schäferhund) folgt und dann plötzlich mitten in einer Meditation landet, die ihm letztendlich sogar gefiel. Super!
Die beiden Freundinnen Simona und Alina sind natürlich auch besonders interessant und der Leser kommt nach und nach hinter Simonas Geheimnis. Gerade die lebensfrohe und aufgedrehte Simona fand ich zum Beispiel zu Anfang hin bewundernswert. Wie sie Luis begeistern kann und ihn mitreißt, fand ich wirklich bewundernswert. Luis selbst finde ich, verändert sich im Laufe der Geschichte am meisten. Anfangs ist er ja sogar sehr über Simonas Interesse überrascht und ist eher ruhig, zurückhaltend und arbeitet strukturiert . Die Szenen in Franziska Wiesners Keller fand ich besonders interessant und gut ausformuliert. Hat wirklich Spaß gemacht und Nervenkitzel verursacht.

Inhalt
Ein wenig Schade fand ich, dass bis weit über die Hälfte der Handlung schon im Klappentext genannt wird und so ein Großteil an Spannung und Fahrt aus der Geschichte genommen wird.
Auch verwirrend fand ich die Tatsache, dass der Roman als Psychothriller ausgeschrieben ist, aber ab gut einem Viertel ziemlich lange nur noch Anzeichen eines Mysterythrillers aufweist. Natürlich möchte ich hierbei jetzt nicht auf das Ende vorweggreifen, aber meiner Meinung nach muss sich der Leser oftmals fragen, ob er es denn hier mit etwas übernatürlichen zu tun hat, obwohl das (eventuell Spoiler: ) letztendlich nicht der Fall ist. Da „Der Traummacher“ mein erstes Hörbuch von Bentow ist kann ich nicht einschätzen ob das typisch für ihn ist, würde es aber mal auf Grund der Klappentexte vorheriger Werke so einschätzen. Ich muss zwar sagen, dass mir dieses Buch äußerst gut gefallen hat, ich mir aber vorstellen könnte, dass es nicht für jedermann etwas ist, da der Leser nicht wirklich weiß worauf er sich einlässt.


Schreibstil
Der Schreibstil liegt mir persönlich im großen und ganzen recht gut, aber an manchen Stellen kommen die Ausschreibungen meiner Meinung nach recht knapp, an anderen ufern sie sehr stark aus. Insgesamt lässt sich aber sagen, dass er die vorliegenden Szenarien authentisch und treffend beschreibt.


Fazit
Ein toller Thriller der sich definitiv für jeden rentiert, der sich von oben genannten Elementen nicht abschrecken lässt. Definitiv: Leseempfehlung!

Insgesamt vergebe ich vier von fünf Sternen!


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